Jüdische Kultur auf Hebräisch

Jüdisches Leben in Europa jenseits der Metropolen

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Zeitleiste


1–1500
1501–1800
1801–1900
1901–1945
1946–2005


1–1500


321
Erster Nachweis einer jüdischen Gemeinde in Köln


1074
Erste urkundliche Erwähnung jüdischer Ansiedlung in Westfalen, unter anderem in Dortmund


seit 1096
Judenpogrome in Deutschland und Kreuzzüge zur "Befreiung" des "Heiligen Landes"


seit 1146
Judenpogrome in Deutschland und Kreuzzüge zur "Befreiung" des "Heiligen Landes"


seit 1221
Judenpogrome in vielen deutschen Städten


1300 – 1350
Bildung jüdischer Gemeinden in Dortmund, Minden, Münster, Osnabrück und Soest
Tätigkeit bedeutender jüdischer Kaufleute wie Gottschalk von Recklinghausen und Leo von Münster

1317
Erste Juden in Lublin


1336
Der polnische König Kazimierz I. Wielki erlaubt den Juden, sich in der Vorstadt Lublins anzusiedeln


1348 – 1350
Verfolgungen und Pogrome im Gefolge der Pestepidemie
(wegen des Vorwurfs der Brunnenvergiftung)

1350 – 1550
Niederlassungsverbote
es leben nahezu keine Juden mehr in Westfalen


1501–1800


1523
Der polnische König Zygmunt I. Stary verleiht den Lubliner Juden die gleichen Rechte, die die Juden in anderen Städten Polens schon längst besaßen


1550
(ca.) Niederlassung der ersten Juden in der Stadt Groningen


1557
Kraft des königlichen Privilegs wird in Lublin eine große Synagoge, die Maharshal-Synagoge erbaut


1580
Kraft des königlichen Privilegs des Königs Stefan Batory entsteht der "Waad Arba Aracot",
das jüdische Parlament in Polen (ein Organ der jüdischen Selbstverwaltung). Die Beratungen finden meistens in Lublin statt.

seit 1600
Entwicklung des so genannten "Schutzjuden"-Systems
erlaubt eine begrenzte Ansiedlung unter Kontrolle der Landesherren

1679
In Lublin gilt das Privileg "De non tolerandis Judaeis"


1696
König Jan III. Sobieski erlaubt den Lubliner Juden, freien Handel in der ganzen Lubliner Region zu betreiben


1711
Erlass (und schon bald wieder Aufhebung) zur Verbannung aller Juden...
aus der Stadt und Provinz Groningen, da sie der Hehlerei beschuldigt wurden.

1732
Genehmigung bezüglich der Ausübung von Gebetsdiensten in einem Wohnhaus in Groningen


1747
Eröffnung des ersten jüdischen Friedhofs in Groningen


20.08.1756
Einweihung der ersten Synagoge in Groningen
(in der Folkingestraat)

1796
Bürgerliche Gleichstellung der Juden mit den anderen Niederländern



1801–1900


1807
Gleichstellung der Juden mit den Christen im Königreich Westfalen unter Jérôme Bonaparte


1812
Edikt betreffend die bürgerlichen Verhältnisse der Juden in den Preußischen Staaten


1815
Rücknahme der Gleichstellung durch den Wiener Kongress


1815
Gründung der jüdischen Schule Tipereth Bachurim in Groningen


seit 1820
Entstehung eines modernen jüdischen Schulwesens in Deutschland


1847
"Gesetz über die Verhältnisse der Juden"
zur Vereinheitlichung der Rechtslage in Preußen

1848
Starke Beteiligung von deutschen Juden an der (gescheiterten) demokratischen Revolution


seit 1849
Auswanderungswelle deutscher Juden in die USA


1850
höchster Bevölkerungsanteil der Juden in Deutschland mit 1 %
(1910: 0,51 %)

1852
Spaltung der jüdischen Gemeinde in Groningen
Entstehung einer neuen jüdischen Gemeinde Tesju’at Jisra’el ("Rettung Israels")

1869
Gewährung der vollen Gleichberechtigung der Juden in Preußen
zwei Jahre später auch im neugegründeten Deutschen Reich

seit 1879
Verstärkte antisemitische Agitation in Westfalen


1881
Aufhebung der Spaltung der Gemeinde in Groningen


1887
Erster Zionistenkongress in Basel
Plan einer nationalen jüdischen "Heimstätte"

1893
Gründung des "Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens"


1896
Gründung des "Vereins zur Wahrung der religiösen Interessen des Judentums in Westfalen"
gerichtet gegen liberale Gemeindereformer

1898
Gründung des jüdischen Sportvereins Attila in Groningen


1899
Gründung des jüdischen Altenheims Beth Zekeiniem in Groningen



1901–1945


23.03.1906
Einweihung der neuen Synagoge in der Folkingestraat in Groningen


1916
Diskriminierende "Judenzählung" im deutschen Heer


1916
Anschluss der Vorstadt Wieniawa an das jüdisches Stadtviertel in Lublin


seit 1930
Wahlerfolge der Nationalsozialisten in Deutschland


1930
Feierliche Eröffnung der "Jeschiwa Chachmej Lublin",
der größten jüdischen Hochschule in Polen

1932
Amtseinführung des letzten Oberrabbiners von Groningen vor dem Krieg


1933
Regierungsübernahme der Nationalsozialisten
Boykottaktionen gegen jüdische Geschäfte – im Lauf der nächsten Jahre folgen Hunderte antijüdische Sondergesetze und -verordnungen

1938
Synagogenzerstörungen und Pogrome in ganz Deutschland


01.09.1939
Beginn des Zweiten Weltkrieges
In Lublin wohnten damals über 120.000 Einwohner und davon waren 42.000 Juden.

18.09.1939
Die Deutschen marschieren in Lublin ein
Beginn der Verfolgung der jüdischen Bevölkerung.

1940
"Reichsvereinigung der Juden in Deutschland"
als Zwangszusammenschluss der verbliebenen jüdischen Organisationen

1940
Die Deutschen rufen einen Judenrat in Lublin ins Leben
(ähnlich wie in anderen Städten Polens).

31.03.1940
Einweihung der Jugendsynagoge in der Folkingedwarsstraat in Groningen


seit 1941
Beginn der systematischen Deportationen und des Massenmords an den deutschen und europäischen Juden


seit 1941
Der Lubliner Distrikt...
... wird zu einem gigantischen Arbeits- und Todeslager für Tausende von polnischen Juden sowie für aus ganz Europa (aus Deutschland, Frankreich, aus den Niederlanden, aus der Tschechischen Republik, aus Griechenland, Österreich und andren Ländern) deportierte Juden.

1941
Ausschluss jüdischer Kindern aus nicht-jüdischen Schulen in Groningen


24.03.1941
In Lublin entsteht ein jüdisches Ghetto


1942 – 1944
Massenvernichtung
der Juden aus allen europäischen Ländern in Vernichtungslagern Sobibór, Bełżec, Treblinka, Majdanek, Auschwitz-Birkenau.

1942 – 1943
Deportation der Juden aus Groningen


16.03.1942
Beginn der "Aktion Reinhardt",
der endgültigen Lösung der Judenfrage in Polen mit der Deportation der Lubliner Juden in das Vernichtungslager Bełżec.

1943
Schließung der Synagoge in Groningen durch die Besatzer


03.11.1943
"Aktion Erntefest" in der Lubliner Region
Ermordung der letzten jüdischen Häftlinge in den Lagern Majdanek, Trawniki, Poniatowa.

24.07.1944
Befreiung Lublins
In Lublin entsteht die Jüdische Historische Kommission für die Forschung der Kriegsverbrechen.


1946–2005


1949
In Groningen Amtseinführung des Oberrabbiners Aaron Prins


1950
Gründung des Zentralrats der Juden in Deutschland
(Centralna Rada Żydów w Niemczech)

1952
Verkauf der Synagoge in Groningen an die Reinigung Astra


seit 1956
Bau neuer Synagogen in Westfalen
bis 1963 acht Neubauten

1963
In Lublin wird ein Denkmal zur Erinnerung an die im Ghetto ermordeten Juden errichtet


1968 – 1969
Große Emigration der Juden aus Polen nach Israel


1981
Neueinweihung der Synagoge in Groningen nach umfassender Renovierung


seit 1989
Einwanderung von Juden aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion nach Deutschland
Ende 2003 gehörten den jüdischen Gemeinden in Westfalen 7.000 Menschen an (in ganz Deutschland etwas mehr als 100.000)

24.06.1990
60. Jahrestag der Eröffnung der "Jeschiwa Chachmej Lublin",
der jüdischen Hochschule. Zur Feier kam der Neffe Majer Szapiros, Herr Dow Szapiro, Student der Hochschule in den dreißiger Jahren.

14.12.1994 – 16.12.1994
Wissenschaftliche Tagung "Lubliner Juden"
über die Kultur und Geschichte der Juden in der Lubliner Region.

2004
In Lublin wohnen nur 9 Personen jüdische Herkunft