Jüdische Kultur auf Hebräisch

Jüdisches Leben in Europa jenseits der Metropolen

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Religiöses Leben


Für den Neugeborenen einer jüdischen Mutter beginnt das praktische Judentum am achten Tag nach der Geburt mit der Beschneidung.

Schächtmesser aus Deutschland Ein Schächtmesser aus Deutschland.
Jüdisches Museum Westfalen
Der Junge ist damit ein Ben Brith, ein Sohn des Bundes Gottes mit dem Volk Israel.

Mit 13 Jahren wird der jüdische Junge religionsmündig, ein Bar Mizwa ("Sohn der Pflicht"). Dem Religionsgesetz zufolge ist der Vater von diesem Zeitpunkt an nicht mehr für das Handeln des Sohnes verantwortlich. Zu seiner Bar-Mizwa-Feier wird der Junge zum ersten Mal in der Synagoge zur Lesung der Tora  diesen Begriff im Glossar nachschlagen aufgerufen. Von diesem Zeitpunkt an gehört er zum Minjan diesen Begriff im Glossar nachschlagen. Im reformierten Judentum werden auch Mädchen offiziell in den Kreis der religionsmündigen Erwachsenen aufgenommen. Mit 12 Jahren wird die junge Jüdin eine Bat Mizwa ("Tochter der Pflicht").
Rabbi Ehrenberg in einer Berliner Bäckerei In einer Berliner Bäckerei wirkt Rabbi Ehrenberg beim Challa diesen Begriff im Glossar nachschlagen-Backen mit, da die Bäcker selbst nichtjüdisch sind.
Foto: Frank Vorpahl/Kulturzeit/3sat-Zdf

Tagesablauf


Entweder zu Hause oder in der Synagoge beginnen Juden ihren Tag mit dem Morgengebet. Männer hüllen sich hierzu in einen Tallit (Gebetsmantel) und legen die Tefillin (Gebetsriemen) an. Die Riemen werden am Kopf und am linken Arm angelegt und an ihnen sind Lederkapseln befestigt, in denen sich Pergamentstreifen mit Texten aus der Tora befinden. Zum Abendgebet werden die Tefillin nicht angelegt, Frauen tragen sie überhaupt nicht.

An den jeweils rechten Innenrahmen aller Türen der jüdischen Häuser oder Wohnungen wird die Mesusa befestigt: Kapseln mit Pergamentstreifen, auf denen bestimmte Texte aus der Tora geschrieben stehen. Das "Zeichen" wird etwa in Augenhöhe befestigt und es ist üblich, die Mesusa beim Betreten oder Verlassen des Hauses zu berühren.

Speisegesetze


Eine wichtige Rolle im religiösen Alltag der Juden spielen die Speisegesetze. Koscher, also tauglich, ist zum Beispiel das Fleisch von Rind und Schaf sowie Geflügel. Nicht verzehrt werden darf beispielsweise Schweinefleisch. Der Genuss von Blut ist strengstens verboten, daher ist das Schächten, das rituelle Schlachten, notwendig: Der Schächter muss das Tier mit einem makellosen Messer so töten, dass mit einem einzigen Schnitt durch den Hals so schnell wie möglich sämtliches Blut abfließt. Neben diesen Speisegesetzen ist die Trennung von Fleisch- und Milchprodukten ein Prinzip der jüdischen Küche. Das macht getrennte Kochtöpfe und getrenntes Geschirr notwendig.