Jüdische Kultur auf Hebräisch

Jüdisches Leben in Europa jenseits der Metropolen

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Die Entwicklung in Osteuropa


Die Ausdifferenzierung innerhalb des Judentums ist ein gesamteuropäisches Phänomen, jedoch sind im Einzelnen starke regionale Differenzierungen zu beobachten.

Präsidium der Rabbinerversammlung in Warschau Präsidium der Rabbinerversammlung in Warschau, 1932.
Foto: Jüdisches Historisches Institut in Warschau
Eine so starke und umfassende Akkulturation oder gar Assimilation diesen Begriff im Glossar nachschlagen wie in Westeuropa fand im polnischen Judentum nicht statt, obwohl es auch hier Anhänger der Haskala diesen Begriff im Glossar nachschlagen gab, die sich von den traditionellen Lebensformen der osteuropäischen Juden absetzten, die sie gering schätzten. Auch Teile der ökonomisch erfolgreicheren Juden wählten diesen Weg, manchmal als Reaktion auf judenfeindliche Tendenzen innerhalb der Bevölkerung.

Ostjuden


Für die an ihren Traditionen festhaltenden größten Teile der polnischen Juden bürgerte sich seit dem Ende des 19. Jahrhunderts der Begriff "Ostjude" ein, den der Historiker Heiko Haumann definiert: "Bei allen individuellen, lokalen und regionalen Unterschieden meint dies einen Menschen, der sich bewußt zum Judentum bekennt, dessen Verständnis sich ihm in schweren Konflikten erschlossen hat. Er ist nicht bereit, seine Lebenswelt aufzugeben, um durch Assimilation gesellschaftliche Vorteile zu erreichen (und sogar bei denjenigen, die sich doch für die Assimilation entschieden, sind oft noch Wurzeln spürbar)."

Die meisten osteuropäischen Juden behielten kollektive Strukturen über den religiösen Bereich hinausgehend bei, so blieb etwa Jiddisch diesen Begriff im Glossar nachschlagen für die Mehrheit die Muttersprache. Allein äußerlich waren Ostjuden meist an ihrer Kleidung erkennbar, die sich im 16. Jahrhundert herausgebildet hatte: Die Männer trugen einen Kaftan diesen Begriff im Glossar nachschlagen und eine schwarze Kopfbedeckung, hatten Schläfenlocken und einen Bart, verheiratete Frauen trugen Perücke und Kopftuch.
Treffen der Jugendgruppe "Cukunft" Das erste landesweite Treffen der "Cukunft", der Jugendgruppe des "Bund", in Polen am 10. und 11. Juni 1932.
Foto: Jüdisches Historisches Institut in Warschau

Autonome jüdische Gemeinschaft


Hier blieb eine weitgehend autonome jüdische Gemeinschaft bestehen, innerhalb derer sich aber ein vielschichtiges jüdisches Leben mit den unterschiedlichsten Strömungen entfaltete. Waren es zunächst religiöse Tendenzen wie der Chaddisimusdiesen Begriff im Glossar nachschlagen, kam im ausgehenden 19. Jahrhundert eine neue Entwicklung hinzu: In Osteuropa ging die Politisierung der Juden so weit, dass verschiedene Gruppen als Antwort auf die Krise des jüdischen Selbstverständnisses im 19. Jahrhundert eigene Parteien gründeten, seien es die Zionisten mit verschiedenen Parteien, der 1897 gegründete sozialistische "Bund", oder die 1912 ins Leben gerufene orthodoxe "Agudat Israel", die wiederum dezidiert gegen zionistische Tendenzen ausgerichtet war.

Einer der berühmtesten Chassidim stammt aus Lublin, er wurde der "Seher von Lublin" genannt. Hier gab es große Gelehrte, ein eigenes jüdisches Parlament, der Vierländersejm, tagte in Lublin. Im ausgehenden 19. und 20. Jahrhundert entstanden hier jüdische Parteien, so hatte der "Bund", die jüdische sozialistische Partei, in Lublin eine starke Stellung. Ein hohes jüdisches Selbstbewusstsein drückt sich auch in der Publikation eigener jüdischer Zeitungen aus.