Jüdische Kultur auf Hebräisch

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Religion und Gemeinde


Während die äußeren Bedingungen jüdischen Lebens in der Diaspora  diesen Begriff im Glossar nachschlagen im wesentlichen von den Herrschenden des jeweiligen Landes oder Territoriums bestimmt wurden, in denen die Gemeinde lebte, hatte die jüdische Bevölkerung im innerjüdischen Leben meist großen Gestaltungsspielraum.

Synagoge im jüdischen Gemeindezentrum Dortmund: Blick auf den Toraschrein und die Bima Synagoge im jüdischen Gemeindezentrum Dortmund: Blick auf den Toraschrein und die Bima.
Foto: Olaf Mahlstedt / Westfälisches Landesmedienzentrum
Innerhalb des von außen gesetzlich vorgeschriebenen Rahmens lebten die Juden in autonomen Gemeinden, die ihre Angelegenheiten der Tradition und ihren religiösen Bedürfnissen entsprechend eigenständig regeln konnten. Religiöse Handlungen und Symbole bestimmen das Leben praktizierender Juden in hohem Maße. Doch nicht nur religiöse Belange und innere Verwaltungsangelegenheiten gehörten zum Aufgabengebiet der jüdischen Gemeinden. Um Fürsorgetätigkeiten kümmerte sie sich ebenso wie um Fragen der Bildung.

Die Synagoge


Der Mittelpunkt des religiösen und sozialen Lebens war und ist die Synagoge. Neben Gebet und Studium finden hier weitere Ereignisse im Leben der Familie und der Gemeinde statt, die Synagoge ist ein sakraler und ein weltlicher Versammlungsraum. Hier oder in einem Nebenraum der Synagoge tagt das rabbinische Gericht und andere Gemeindegremien. Die Wahlen zum Gemeindevorstand finden hier statt, aber auch Trauungen und Beschneidungen.

Verschiedene Synagogen damals und heute werden aus den Regionen Groningen, Lublin und Westfalen ebenso vorgestellt wie die Aufgaben und Organisation der Gemeinden.
Der ehemalige Gemeindevorsitzende Rolf Abrahamsohn  in der Synagoge Recklinghausen Der ehemalige Gemeindevorsitzende Rolf Abrahamsohn in der Synagoge Recklinghausen
Foto: Jüdisches Museum Westfalen
In deutschen Ländern wurden seit dem späten 16. und frühen 17. Jahrhundert so genannte Landjudenschaften gegründet, um der zunehmenden Zerstreuung der jüdischen Bevölkerung entgegenzuwirken. Diese Landjudenschaften waren autonome Selbstverwaltungen der Juden in den jeweiligen deutschen Territorialstaaten. Sie organisierten bis zur Emanzipationszeit das innerjüdische Leben. An der Spitze der Landjudenschaft stand der Landrabbiner, der der Führer der religiösen Gemeinschaft und der Vorsitzende des jüdischen Gerichts war. Abraham Sutro (1784–1869) war der letzte Landrabbiner des Münsterlandes.

Ausgeprägte Selbstverwaltung


In Polen war die innerjüdische Selbstverwaltung stärker ausgeprägt als im übrigen Europa, es entwickelte sich eine Art Parallelstruktur zur eigentlichen politischen Macht. Jede Gemeinde hatte einen Kahal, ihr Verwaltungsorgan, das die politische und religiöse Macht in sich vereinigte. Hier wurden innerjüdische Angelegenheiten und Konflikte geregelt. Zwischen 1518 und 1522 wurden vier jüdische "Länder" eingerichtet, die jeweils ihre Ältesten und ihre Steuereinnehmer wählten. König Stephan Bathory (1575–1586) berief eine Hauptvertretung der Juden für das gesamte polnisch-litauische Reich ein. Der Vierländersejm, auch Vierländersynode genannt, trat erstmals 1581 in Lublin zusammen.

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