Jüdische Kultur auf Hebräisch

Jüdisches Leben in Europa jenseits der Metropolen

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Zentrum "Brama Grodzka – Theater NN"


An einem symbolischen Ort ist unser Kulturzentrum untergebracht.

Ansicht des Stadttores aus dem Jahr 1939 Historische Aufnahme des Stadttores aus dem Jahr 1939.
Foto: Teatr NN
Die "Brama Grodzka", das "Stadttor" aus dem 14. Jahrhundert, war früher der Durchgang zwischen dem christlichen und dem jüdischen Teil Lublins. Die Juden, die hier lebten, haben die Nationalsozialisten ermordet, und auch große Teile des jüdischen Viertels wurden zerstört. Seit 1990 inszenierte das "Theater NN", der Vorläufer der heutigen Institution, in dem alten und zunächst verfallenen Tor alternatives Theater.

Im Laufe der Zeit dehnten die Gründer des Theaters ihre Aktivitäten immer weiter aus. In den alten Mauern des Stadttores entstand ein kulturelles Zentrum, das seit 1998 unter dem Namen Zentrum "Brama Grodzka – Teatr NN" eine selbständige Organisation ist.

Zunächst waren "kulturelle Begegnungen" die wichtigsten Programme. In der "Brama Grodzka” fanden Darbietungen und Treffen von Künstlern aus Mittelosteuropa und Westeuropa statt. Immer mehr wandten sich die Verantwortlichen aber der multiethnischen Vergangenheit Lublins und der gesamten Region zu.
Ansicht des Stadttores aus dem Jahr 1954. Das Stadttor in Lublin im Jahr 1954.
Fot.: Teatr NN

Geschichte wird lebendig


Hier, genau im Zentrum des einstigen polnisch-jüdischen Lublins, beginnt der Besucher heute zu verstehen, wie diese verlorene Welt ausgesehen hat. Eine multimediale Ausstellung in den Räumen des Tores lässt die Vorkriegswelt Lublins wieder zum Leben erwachen.

Grundlage sind die im Rahmen des seit 1997 realisierten Programms "Das große Buch der Stadt” gesammelten Dokumente: Fotos, Tonbandaufnahmen von Zeitzeugen, literarische Texte. Konzerte finden hier statt, Filme werden gezeigt und Theateraufführungen versetzen die Zuschauer in die alte Welt der polnischen Juden sehen Sie dazu einen kurzen Filmausschnitt.

Das Zentrum veranstaltet Lehrerfortbildungen und Seminare für Jugendliche aus verschiedenen Ländern. Hier werden Wege, Geschichte zu vermitteln, gesucht und gefunden. Und auch Geschichte selbst wird gesucht: Das Archiv des Zentrums umfasst inzwischen knapp 2000 Fotos vor allem aus der Vorkriegszeit, einige auch aus dem von den Deutschen angeordneten Ghettodiesen Begriff im Glossar nachschlagen. Im Projekt "Gesprochene Geschichte" zeichnen Mitarbeiter die Erinnerungen von Zeitzeugen auf, archivieren und machen sie in der Ausstellung sowie im Internet zugänglich. Bücher und die zweimal im Jahr erscheinende Zeitschrift "Scriptores” sind weitere Medien, in denen die dokumentarischen und pädagogischen Anliegen umgesetzt werden.
Ansicht des Stadttors in Lublin im Jhare 2000 Ansicht des Stadttors in Lublin in einer zeitgenössischen Aufnahme.
Foto: Marta Kubiszyn/Teatr NN
Ein wichtiger Teil der Ausstellung in der "Brama Grodzka" ist das Modell des ehemaligen jüdischen Stadtviertels im Maßstab 1:250. Es gelang den Mitarbeitern in den letzten Jahren, die städtebauliche Anordnung des Stadtzentrums genau zu rekonstruieren.

Im Rahmen des Projektes "Haus" werden die Informationen über ausgewählte Häuser in der Altstadt gesammelt. Es geht hier um die Darstellung der Geschichte des jeweiligen konkreten Hauses und der Schicksale der Menschen, die dort lebten.

Im laufenden Projekt "Die vergessene Vergangenheit – die multikulturelle Tradition der Lubliner Region" entsteht eine Präsentation der gesamten Lubliner Region im Internet. Diese soll vor allem der Bildungsarbeit dienen.

Mysterien


Eine große Bedeutung in der Arbeit des Zentrums haben symbolische Erinnerungsveranstaltungen, so genannte "Mysterien". Im September 2000 bildeten etwa beim Mysterium "Eine Erde, zwei Tempel" sehen Sie dazu einen kurzen Filmausschnitthunderter junge Menschen mit Kerzen in den Händen ein Spalier zwischen dem Platz, wo bis zu ihrer Zerstörung im Jahr 1942 die Große Synagoge stand und dem Ort, wo sich einst die Pfarrkirche Sankt Michael befand. Am ersten Ort füllte Rabbiner Michael Schudrich ein wenig Erde in einen Behälter, am zweiten Erzbischof Jozef Zycinski.

Die Erde, auf der einst die Kirche stand, wurde von Menschen weitergereicht, die für ihre Rettung von Juden in der Zeit des Holocaust als "Gerechte unter den Völkern" geehrt wurden. Vom Ort der ehemaligen Synagoge gaben jüdische Überlebende die Erde weiter. Jeder – Retter und Gerettete – sagte über ein Mikrofon einige Worte über seine Geschichte. An der "Brama Grodzka" trafen sich die beiden Behälter. Die Erde wurde hier vermischt und zwei Weinreben hineingepflanzt: Eine aus Lublin und eine aus Israel.

Adresse

Ośrodek "Brama Grodzka – Teatr NN"
ul. Grodzka 21
20-122 Lublin
Polen

Telefon: 0048-(0)81-5325867, Fax: 0048-(0)81-5346110
E-Mail: teatrnn@tnn.lublin.pl
Internet: www.tnn.lublin.pl