Jüdische Kultur auf Hebräisch

Jüdisches Leben in Europa jenseits der Metropolen

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Stiftung Folkingestraat Synagoge


Aus einer Wäscherei wurde wieder eine Synagoge

Die Groninger Synagoge Die Groninger Synagoge, 1906 gebaut. Das weiße Gebäude hinter der Synagoge ist das Rabbinatshaus. Hier befand sich das rituelle Bad, die Mikwe.
Foto: Marcel Wichgers
"Ist dies die Synagoge?", fragte 1971 eine Frau ihren Mann, als sie durch die Folkingestraat in Groningen gingen. "Ja", antwortete er. Sie: "Aber sie beherbergt jetzt eine Wäscherei." Er konnte ihr nicht wiedersprechen. "Und man lässt alles so verlottern?", fuhr sie fort. "Niemals!".

Die Frau hieß Lenny Wolgen-Salomons. Sie konnte es nicht ertragen, dass die Synagoge keine Synagoge mehr war, sondern eine Wäscherei namens Astra.

Der Davidstern war 1971 das Einzige, was noch an die frühere Funktion des Gebäudes erinnerte. Im Gebäude war das Interieur der Synagoge vollständig abgerissen und durch Waschmaschinen und Kleiderständer ersetzt worden.
Gewölbe der Synagoge Das Gewölbe an der östlichen Seite der Synagoge. Durch dieses Gewölbe hat die Synagoge eine Kreuzform bekommen: Ein Ausbau nach recht und nach links.
Foto: Marcel Wichgers

Beinahe abgerissen


Zwei Jahre später machte die Wäscherei zu. Die Kirche der Apostolischen Gemeinde, die auf der Frauengalerie gebaut worden war, war inzwischen schon verschwunden. Das Gebäude stand zum Verkauf an.

Die Jüdische Gemeinde sah keinen Zweck darin, das Gebäude zurückzukaufen. In der lokalen Presse wurde über eine mögliche neue Nutzung, wie zum Beispiel ein Kino, spekuliert. Ein Abriss war auch möglich, da das Gebäude nicht denkmalgeschützt war.

Aber die Gemeinde Groningen sah tatenlos zu. Ein Grund für Lenny Wolgen-Salomons und einige andere Menschen, im August 1975 die Stiftung Folkingestraat Synagoge zu gründen, und zwar mit dem Ziel, das Gebäude, das verkam, zu renovieren. Dieses Ziel wurde ein gutes Jahr später erreicht, als der Stadtrat von Groningen die Synagoge kaufte und renovieren ließ.

Am 29. November 1981 wurde die Synagoge neu eingeweiht, nachdem sich die Jüdische Gemeinde entschlossen hatte, dort wieder Gottesdienste abzuhalten.
Zerstörung Während der Restauration der Synagoge in 1980 und 1981 musste die Arbeit dieser Männer in den fünziger Jahren wieder ungeschehen gemacht werden: das Zumauern der Bögen auf der Frauengalerie.

Eine neue Funktion


Seitdem verwaltet die Stiftung Folkingestraat Synagoge das Gebäude. Sie organisiert dort Ausstellungen, Konzerte und Führungen.

Das Thema der Ausstellungen ist teilweise die (jüdische) Vergangenheit der Stadt und der Provinz Groningen. Die meisten Ausstellungen sind Kunstausstellungen von jüdischen und nicht-jüdischen Künstlern. Die meisten Konzerte werden von klassischen Chören und kleinen Orchestern aus dem Norden gegeben.

Die Stiftung hat etwa fünfhundert Spender. Ihre Spenden sind neben den Subventionen der Gemeinde und der Provinz Groningen unerlässlich, um das Gebäude instand zu halten. So bildet die Synagoge eine lebendige Erinnerung an das jüdische Leben, das bis 1943 in der Folkingestraat und dem benachbarten Viertel existierte.
Ausstellungsraum und Synagoge Unter der Verwaltung der Stichting Folkingestraat Synagoge ist das Gebäude ein wunderbarer Ausstellungs- und Konzertraum und Synagoge geworden.
Kontakt

Stichting Folkingestraat Synagoge, Groningen
Folkingestraat 60
Postbus 4187, 9701 ED Groningen
Telefon: +31 (0) 50 - 312 31 51
+31 (0) 6 - 2819 2619
www.synagogegroningen.nl
Mail: info@synagogegroningen.nl