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Schild Bochum Fussball-Meister


Der Titelverteidiger Schild Stuttgart unterschätzte den Gegner und verlor 1:4

Kopf der Sportseite der CV-Zeitung vom 30. Juni 1938 Die Zeitung der "Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" (CV-Zeitung) berichtete am 30. Juni 1938 auf der Sportseite ausführlich über das Endspiel um die jüdische Fußball-Meisterschaft.
Die Fußballelf des Schild Bochum stand zum erstenmal im Endspiel um die "Schild"-Meisterschaft und auf Anhieb gelang ihr der grosse Wurf gegen den Titelverteidiger und zweimaligen "Schild"-Meister aus Stuttgart.

Über 400 Zuschauer erlebten in Köln diesen bei besten Wetter- und Bodenverhältnissen vonstatten gehenden Kampf, der an spielerischer Klasse zwar zu wünschen übrig liess, was ja meist bei solchen entscheidenden Spielen der Fall ist, dafür aber mit vielen interessanten Kampfhandlungen gewürzt war und im Anfang mit bemerkenswerter Schnelligkeit durchgeführt wurde.

Die Mannschaft aus Bochum verdankt den Sieg dem besseren Mannschaftsgeist und der klareren taktischen Gestaltung der Handlungen. Auch technisch war sie kaum schwächer. Es machte jedem helle Freude, wie sich die Elf mit nie erlahmendem Eifer und einer beispiellosen Aufopferung immer und immer wieder einsetzte, selbst als alles verloren schien. Denn nach kaum 10 Minuten schied der Linksaußen infolge Verletzung aus, und auch der Mittelstürmer wurde angeschlagen, dazu ein bereits gegebenes Tor von dem korrekt leitenden Anhalt (Köln) annulliert.

Aber dies alles hatte keinen Einfluß auf die Haltung von Bochum, und als nach verteiltem Spiel die Pause kam, da führte Stuttgart durch ein glückliches Tor mit 1:0.
Erich Gottschalk und die Fußballmannschaft von Hakoah Bochum Erich Gottschalk und die Fußballmannschaft von Hakoah Bochum.
Foto: Privatarchiv A. Eiynck

Bochums Stürmerspiel wurde besser


War die erste Halbzeit ein Spiel der beiderseitigen Hintermannschaften, so änderte sich das im zweiten Teil, der einen dynamischeren Verlauf nahm... Das Stürmerspiel von Bochum wurde viel besser und Stuttgarts Torwart Vollweller erhielt immer mehr Arbeit. Möglicherweise nahm Stuttgart das Spiel gegen die 10 Gegner zu leicht... Etwa 20 Minuten nach der Pause schoß Alexander den zweiten Treffer, der unverständlicherweise angezweifelt wurde. Dabei vergass sich Stuttgarts bester Spieler, der linke Verteidiger, und wurde herausgestellt.

Der Ausgang war nicht mehr zweifelhaft. Stuttgart nahm den Torwart in den Angriff, stürmte mit allen Leuten, konnte aber gegen die eiserne Verteidigung von Bochum nichts ausrichten. Für den klug spielenden Alexander war der weite freie Raum natürlich willkommen, und so nahm es nicht wunder, dass er noch zwei Treffer machte...
Zweifellos besteht bei einer kritischen Wertung die Mannschaft aus Bochum viel besser... Mit einer erstaunlichen Ruhe und Sicherheit operierte die Verteidigung Gottschalk und Weinberg. Schwach erschienen die Außenstürmer. Stuttgart war sicher nicht auf einen so starken Gegner gefasst, sonst hätte man wohl energischer zugefasst und in der 1. Halbzeit gegen den dezimierten Gegner eine Siegessicherung herausgeholt...
Josef Gordon.

(Auszüge aus der Zeitung des Centralverbands, der CV-Zeitung, vom 30.Juni 1938)

Mit dem geschichtlichen Bruch der Nazi-Periode und der Shoah ist weitgehend in Vergessenheit geraten, wie bedeutend jüdische Fußballspieler und –vereine und die jüdische Sportbewegung in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts waren.

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