Jüdische Kultur auf Hebräisch

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Jüdische Händler und die Mehrheitsgesellschaft das Beispiel Münster


Die Geschäfte von Freuchen Gans und ihrem Mann Moises von Hamm am Anfang des 17. Jahrhunderts waren sehr erfolgreich, aber nicht unangefochten.

Die Geschäftskontakte des Paares reichten bis nach Emden und Frankfurt und sind vor allem durch Prozesse gegen säumige Schuldner aktenkundig. Freuchen belieferte die westfälische Oberschicht mit exquisiten Gütern: etwa mit Silber- und Goldwaren oder mit "Äpfeln von Oranien", wie man damals Orangen nannte. Einer der wichtigsten Handelsplätze war für sie die Stadt Münster.
Münzwaage Solche Münzwaagen gehörten zur notwendigen Ausstattung reisender Händler.
(Jüdisches Museum Westfalen)
Als Moises von Hamm 1603 in Geschäften zum Frühjahrs-Send nach Münster reiste, wurde er "wegen betrüglichen Einschleichens" inhaftiert und zu 100 Talern Buße verurteilt. Moises behauptete, vom Pförtner eingelassen worden zu sein dieser gab an, ihn nicht als Juden erkannt zu haben. Freuchen ging erfolgreich gegen seine Inhaftierung vor Moises wurde gegen ein Bußgeld von 50 Talern freigelassen.

Einschränkungen und Kontrollen


Der Rat von Münster versuchte aber weiterhin, die Tätigkeit jüdischer Händler in der Stadt stark einzuschränken und zu kontrollieren. Die Zahlung einer hohen Geleitgebühr wurde verlangt, aber Freuchen Gans als Sprecherin der Münster aufsuchenden Händler brachte 1621 den Stadtrat dazu, diese zu halbieren.