Jüdische Kultur auf Hebräisch

Jüdisches Leben in Europa jenseits der Metropolen

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Viehhandel in Westfalen


Juden hatten sich beruflich über Jahrhunderte hauptsächlich auf den Handel konzentriert...

Viehmarkt in Dortmund 1927 Viehmarkt in Dortmund 1927 mit jüdischen Händlern aus Quakenbrück, Freren, Bersenbrück und Badbergen
Foto: Privatbesitz, aus: Menneken/Zupnacic 1998
...weil sie durch Einschränkungen der Behörden und der christlichen Zünfte von den meisten Berufen ausgeschlossen waren. Da sie nur Fleisch von rituell geschlachteten Tieren verwenden durften, wurde ihnen die Ausübung des Metzgerhandwerks unter besonderen Auflagen erlaubt. Hinzu kam der Handel mit lebendem Vieh, besonders mit Pferden und Rindern; er war für die jüdischen Menschen auf dem Lande traditionell der wichtigste Erwerbszweig. Die steigende Nachfrage nach Fleisch sorgte für ein ständiges Wachsen dieses Marktes.

Zentrale Rolle


Trotz der einsetzenden Landflucht und vieler Aufstiegsmöglichkeiten blieben die meisten Juden im ländlichen Westfalen kleine Händler. Sie spielten aber weiterhin eine zentrale Rolle im Viehhandel. Noch 1920 wurden zum Beispiel circa 60 % der Viehhandelsgeschäfte von jüdischen Händlern betrieben.
Die Berufserfahrungen wurden von Generation zu Generation weitergegeben. Jüdische Viehhändler hatten sich ein fundiertes Wissen angeeignet, besaßen besondere Kenntnisse bei der Beurteilung von Vieh und galten fachlich als sehr qualifiziert. Der hohe eigene Kundenstamm zeugt von einer über Generationen hin aufgebauten guten Vertrauensbasis, die sie mit den christlichen Bauern hatten. Die Händler berieten ihre Kunden zugleich in Fragen des Anbaus und der Tierhaltung.

Und in Groningen...