Jüdische Kultur auf Hebräisch

Jüdisches Leben in Europa jenseits der Metropolen

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1933: Ein Protestbrief an Reichspräsident Hindenburg


Am 6. September 1933 schrieb der "Eisendrath Cousins Club" – nach eigenen Angaben eine der größten Familiengruppen deutschstämmiger Amerikaner – an den Reichspräsidenten Paul von Hindenburg, um gegen die Behandlung der "Deutschen jüdischen Glaubens" zu intervenieren.

"Aufgrund meiner deutschen Ahnenreihe, die viele Jahrhunderte zurückreicht, sowie aus tiefem Mitgefühl und aus Gerechtigkeitssinn bitte ich Sie heute inständig, den deutschen Juden zu helfen, die von einigen politischen Aspiranten Ihres geliebten Landes so miserabel behandelt werden. Unter den derzeitigen Machthabern Ihres Landes sind einige, die eine Haßpropaganda (gegen die Juden) verbreiten.… Sie sind darauf aus, durch diese Attacke das Vertrauen vieler und besonders jüngerer Menschen zu gewinnen und sich somit politischen Einfluß zu verschaffen.

"Vulgäre Machenschaffen"


Dieser Feldzug wird von Menschen geführt, die ihr wahres Wesen und ihre vulgären Machenschaften unter dem Mantel des Christentums oder des deutschen Patriotismus verbergen. Diese Leute sind eine Beleidigung sowohl für Christen wie für deutsche Patrioten, deren keiner verantwortlich ist für die geistlose und äußerst gefährliche, ehrgeizige und betrügerische politische Clique. Die Welt hat dies inzwischen begriffen, und wenn Sie nicht helfen, diese große Ungerechtigkeit zu beseitigen, werden Sie die Achtung der anderen Nationen und aller rechtschaffenen Menschen verlieren...
Die Familie von Joseph und Laura Eisendrath in München 1925 Auch eine Bindung an Deutschland: Die Familie von Joseph und Laura Eisendrath bei einem Besuch des Hofbräuhauses in München 1925.
Foto: Jüdisches Museum Westfalen
Natürlich sind die Menschen jüdischen Glaubens ebenso ein Teil der Deutschen, wie es die Katholiken oder die Protestanten für sich in Anspruch nehmen dürfen. Daran ändern auch politische Dummheit und unmoralische Propaganda nichts, die das Gegenteil zu behaupten versuchen. In Deutschland gibt es keine besseren Deutschen als die Deutschen jüdischen Glaubens, wenn man schon vergleichen will…. Eine Nation, die sich hergibt zu Ungerechtigkeit, Grausamkeit, Intoleranz, Engstirnigkeit und blindem Eifer wird nicht geachtet bleiben und ist zwangsläufig zum Niedergang und zum Fall bestimmt."