Jüdische Kultur auf Hebräisch

Jüdisches Leben in Europa jenseits der Metropolen

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Der Kindergarten


In den Jahren 1932-1939 war im Haus in der Krawiecka-Straße 41 der Kindergarten "Ognisko" ("Lagerfeuer").

Bela Dobrzyńska Bela Dobrzyńska.
Foto: Sammlung Simcha Wajs / "Brama Grodzka Teatr NN"
Er wurde vom Verein Jüdischer Frauen unterhalten. An der Spitze dieses Vereins stand Bela Dobrzyńska eine bekannte Aktivistin des öffentlichen Lebens in Lublin, die sich das Leid und die Unterernährung der jüdischen Kinder zu Herzen nahm.

Der Kindergarten nahm zwei große Räume und eine Küche in Anspruch. Einer dieser Räume diente als Spiel- und der andere als Speise- und Lernzimmer. Der Kindergarten war für jüdische Kinder bestimmt, die im Alter von eineinhalb bis sieben Jahren waren.
Kinder aus dem Kindergarten "Lagerfeuer" in der Schneider-Straße 41 Kinder aus dem Kindergarten "Lagerfeuer" in der Schneider-Straße 41.
Foto: Sammlung Simcha Wajs / "Brama Grodzka Teatr NN"

Fast 70 Kinder


Jeden Tag hielten sich dort fast 70 Kinder auf. Sie verbrachten sieben Stunden pro Tag im Kindergarten. Sie hörten Märchen, lernten und ruhten sich aus. Man beschäftigte sie täglich 3 bis 4 Stunden mit Handarbeit, Singen, Zeichnen und Gymnastik. Die übrige Zeit verbrachten sie beim Spielen. Die Kinder bekamen hier warme Mahlzeiten, die sie zu Hause nicht hatten.

Auch Kleidung und Spielzeuge wurden verteilt. Die Eltern trugen nur geringe Unterhaltskosten für ihre Kinder im "Ognisko". Dies waren vor allem symbolische Zahlungen für Mahlzeiten.
Bela Dobrzyńska mit Kindern aus dem Kindergarten "Lagerfeuer" Bela Dobrzyńska mit Kindern aus dem Kindergarten "Lagerfeuer".
Foto: Sammlung Simcha Wajs / "Brama Grodzka Teatr NN"

Finanzielle Probleme


Leider musste sich der Kindergarten ununterbrochen mit finanziellen Problemen herumschlagen. Das Geld von den Eltern reichte nicht für den Unterhalt aus und die städtischen Zuwendungen waren sehr niedrig.

Anfang 1939 zog der Kindergarten in die Złota-Straße 2 um. Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde er geschlossen und die Kinder teilten das Schicksal aller Stadtbewohner.