Jüdische Kultur auf Hebräisch

Jüdisches Leben in Europa jenseits der Metropolen

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Schneider-Straße 41


Die Nummer 41 war ein Haus... in ihm wohnten Menschen...

Ansicht auf die Schneider- und Podzamcze-Straße Luftaufnahme des jüdischen Stadtviertels mit der Podzamcze- und der Schneider-Straße, 1930er Jahre, Fotograf unbekannt.
Foto: "Brama Grodzka – Teatr NN".
Diese Menschen hatten ihre Berufe und arbeiteten irgendwo oder auch nicht, hatten ihre Familien, Kinder. Sie waren arm oder noch ärmer, gesund und krank. Sie liebten, wurden geliebt, hassten sich, waren miteinander befreundet, kamen auf die Welt, starben. Kurz, sie lebten.

Das Haus in der Krawiecka-Straße 41 hatte viele Besitzer – Szwalbes, Zysermans, Herszenhorns und Krasuckis. 1880 wurde in diesem Gebäude eine Tabakwarenfabrik errichtet, die bis zum Jahre 1914 in Betrieb war und mit Medaillen für ihre Erzeugnisse ausgezeichnet wurde. 1925 kaufte die Jüdische Gemeinde das Haus, das ihr 16 Jahre lang, bis 1941 gehörte.
Haus in der Schneider-Straße. Teil des Modells aus dem Zentrum "Brama Grodzka – Teatr NN" Haus in der Schneider-Straße. Teil des Modells aus dem Zentrum "Brama Grodzka – Teatr NN".
Foto: Marta Kubiszyn

"Pas Leorchim" und "Ognisko"


In der Krawiecka-Straße 41 hatten die Wohlfahrtsgesellschaft "Pas Leorchim" sowie "Ognisko" ("Lagerfeuer") – der durch den Verein Jüdischer Frauen geführte Kindergarten, ihren Sitz. Im Haus wohnten 54 Familien, insgesamt 275 Personen. Das Haus in der Krawiecka-Staße war das prächtigste in der ganzen Gegend – das höchste und das größte.

Viele Bewohner waren jedoch arbeitslos. Viele lebten nur von der Sozialhilfe, einige bettelten auf den Straßen. Das waren die Ärmsten von den Ärmsten.
Ansicht auf den Platz, wo sich vor dem Krieg die Schneider-Straße befand Gegenwärtige Sicht auf den Anger neben dem Schloss in Lublin.
Foto: Marta Kubiszyn
Die Zerstörung der Krawiecka-Straße 41 begann im August 1941. Das Haus wurde zerstört und seine Bewohner wurden herausgetrieben. Einige Jahre nach dem Krieg pflanzte man dort Bäume, stellte Bänke auf und vergaß die Krawiecka-Straße. Und das ist nur ein Haus, nur eine Straße der verschwundenen Lubliner Judenwelt.