Jüdische Kultur auf Hebräisch

Jüdisches Leben in Europa jenseits der Metropolen

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Im Theater


Das kulturelle Leben der Juden in Lublin war sehr abwechslungsreich.

Gebäude des Theaters und Kinos "Rusałka" Gebäude des Theaters und Kinos "Rusałka". Postkarte, 1920er Jahre.
Die populärste Unterhaltung war das Theater. Alle Theaterstücke wurden von lokalen, aber auch durchreisenden jüdischen Schauspielertruppen aus Warschau, Łódz, Vilnius oder Białystok aufgeführt.

Im Sommer wurden die Aufführungen im "Rusalka" – einem kleinen hölzernen Gebäude gezeigt, im Winter dagegen im Theater "Panteon", das sogar "jüdisches Theater" gennant wurde. Sein langjähriger Direktor war Jankiel Waksam.
Arbeiten an den Aufnahmen zu dem Film "Fröhliche Arme” Arbeiten an den Aufnahmen zu dem Film "Fröhliche Arme” von dem Regisseur Z. Turkow 1937. Foto aus dem Buch von Węgrzynek Hanna "Geschichte und Kultur der polnischen Juden"

Aufführungen auf Jiddisch


Alle Aufführungen im jüdischen Theater wurden in jiddischer Sprache gespielt. Am häufigsten wurden fröhliche Stücke aufgeführt, Komödien, Possen, Auszüge aus bekannten Opern. Die meisten Zuschauer hatten die Aufführungen des Jüdischen Theaters aus Warschau, wo Estera und Ida Kaminski auftraten – Mutter und Tochter, die als namhafteste Schauspielerinnen der polnischen jüdischen Bühne galten. Während ihrer Aufführungen war der Saal gedrängt voll. Während des Ersten Weltkrieges wurden sehr viele Aufführungen gespielt, deren Erlös für wohltätige Zwecke bestimmt war, für die Hilfe der Armen,Waisen und Kranken.

Kino


Die populärste Unterhaltung neben dem Theater war die Filmkunst. Es gab zu dieser Zeit in Lublin vier Kinos: "Corso", "Venus", "Bajka" und "Louvre". Polen war das einzige Land, in dem einige Duzend Spielfilme in jiddischer Sprache produziert wurden. Die ersten Filme begann man in den Jahren 1910–1911 zu drehen. Sie enstanden nach der Vorlage der bekanntesten jüdischen Romane.
Die berühmteste jüdische Schauspielerin – Ester Kamińska. Die berühmteste jüdische Schauspielerin – Ester Kamińska. Foto aus den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts, aus dem Buch von Węgrzynek Hanna "Geschichte und Kultur der polnischen Juden.

Konzerte


Es wurden auch Konzerte und Musikabende organisiert. Bekannte Musiker wurden dazu eingeladen, Geigenspieler, Cellisten. Im Reportoire waren nicht nur Auszüge aus bekannten Opern, sondern auch Volkslieder und polnische patriotische Lieder.

Noch eine andere Unterhaltungsform waren Partys und Tanzabende, die oft mit einer Lotterie verbunden waren. Sie fanden in der Altstadt oder im Saski-Park statt, der ein beliebter Treffpunkt der jüdischen Bewohner Lublins war.

Schachklub


In Lublin war ein jüdischer Schachklub aktiv, an dessen Spitze Jakub Kipman stand, der der Vorsitzende der lokalen Jüdischen Gemeinde und Direktor der Lubliner Handelsbank war.

Es wurden auch Bildungs-und Kulturgesellschaften gegründet. Die populärste war die jüdische literarisch-musikalische Gesellschaft "Hazomir" ("Nachtigall"). Es wurden Konzerte und Musikabende veranstaltet, man lud die Gäste aus der ganzen Lubliner Region und aus Warschau ein. Es gab auch Gymnastikvereine und Sportklubs.

Und in Groningen...