Jüdische Kultur auf Hebräisch

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Der "Lembecker Kassiber"


Durch den christlichen Mitreisenden der in Lembeck als Geisel genommenen Kaufman und Leser erfuhren die Ehefrauen der beiden Händler, Esther und Agate, von der Inhaftierung.

Der Lembecker Kassiber von 1602 Der Lembecker Kassiber von 1602.
(Jüdisches Museum Westfalen, Dorsten)
Sie veranlassten die Regierung des Herzogtums Kleve, unter deren Schutz die Ehemänner standen, Protestbriefe zu verfassen. Schließlich gelang es ihnen sogar, das Lembecker Gefängnis zu besuchen, wo sie feststellten, dass ihre Männer aus keinem anderen Grund festgehalten wurden, als dem, dass sie Juden waren.

Der Lembecker Schlossherr weigerte sich, die Juden frei zu lassen und berief sich indessen auf den Beschluss der Stände von 1584, dass "kein Zigeuner oder Heide oder Jude in diesem Stift geduldet oder vergleitet noch beherbergt oder sonst untergebracht werden solle".

Schwere Gefangenschaft


Um die Freilassung der beiden jüdischen Kaufleute entfalteten sich zahlreiche Aktivitäten.
Dazu gehörte auch ein aus dem Gefängnis geschmuggelter Kassiber hören Sie dazu einen kurzen Audiobeitragdes Jacob Kaufman in westjiddischer Sprache an seine Frau Esther. Kaufman erzählte von schwerer Gefangenschaft und flehte seine Frau um Hilfe an. Er empfahl ihr den Verkauf des ganzen Vorrats an Gerste; sie solle auch "etwas dazuleihen, damit ich in Ehren hier rauskomme".