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Der private Singer


Singer lebte nur für seine Werke.

Teil eines Briefes von I. B. Singer an Chone Schmeruck Teil eines Briefes von I. B. Singer an Chone Schmeruck aus dem Jahre 1975.
Illustration aus dem Buch von Chone Schmeruck "Die verlorene Welt. Über das Schaffen von Isaac Bashevis Singer."
Er war selten im Kino oder im Theater. Er schaute kein Fernsehen. Er las wenig und sagte, dass er dafür keine Zeit habe. Er hörte keine Musik und kannte sich in der Malerei nicht aus. Er mochte es nicht, Geld auszugeben. Er trank keinen Alkohol, rauchte nicht und spielte auch keine Karten.

Er kaufte sich keine neue Kleidung und wohnte in Häusern, in denen die Miete seit Jahren gleich war. Seine Frau hat alleine aufgeräumt und geputzt. Singer hat nie in teuren Restaurants gegessen, sondern bevorzugte billiges Essen und er war Vegetarier.

Er hat nie gelernt, Auto zu fahren. Er ist auch nie Fahrrad gefahren und tanzte nicht. Er ist nicht zum Strand gefahren. Er war sich nicht sicher, welche Hausnummer er hatte; er konnte weder das Hotel, in dem er übernachtete, noch den Saal, in dem er Vorlesungen gab, finden.

Verbindung zu seinen Werken


Singer hat sich nur für das interessiert, was in Verbindung zu seinen Werken stand. Er hat die populäre "Daily News" gelesen, weil er meinte, dass er in dieser Zeitung mehr über das Leben erfährt. Dort wurde über Morde, Entführungen, Scheidungen und Vergewaltigungen berichtet, und Singer war der Meinung, dass solche Ereignisse einem Schriftsteller für sein Schaffen nützlich sein könnten.

Er ging von einem Geschäft zum nächsten, um ein paar Cents zu sparen. Restaurants konnte er nicht leiden, weil er sich nicht sicher war, ob man Trinkgeld hinterlassen sollte oder nicht. Er ging viel spazieren. Er telefonierte gern, Briefe schreiben war dagegen nichts für ihn.

Schillernde Persönlichkeit


Er strahlte immer, wenn er auf die Fragen des Publikums antwortete. Isaac war eine schillernde und witzige Persönlichkeit. Auf die Frage: "Herr Singer, glauben Sie an Gott?", antwortete er immer: "Wenn Er an mich glaubt, dann glaube ich an Ihn."