Jüdische Kultur auf Hebräisch

Jüdisches Leben in Europa jenseits der Metropolen

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Zerstörung der jüdischen Stadt


Die jüdische Stadt fand im Frühjahr 1942 ihr Ende.

Ruinen der Szeroka-Straße Ruinen der Szeroka-Straße, 1943.
Foto: Sammlung Simcha Wajs / "Brama Grodzka Teatr NN"
Gegen Hunger, Feuer und Krieg konnte sie nicht gewinnen. Am 17. März packten die ersten eineinhalbtausend Menschen ihre verbliebene Habe ein und mussten zum Lubliner Umschlagplatz gehen, also zur Großen Synagoge. Im April wurde das Lubliner Ghetto aufgelöst. Die "Judenfrage" wurde in Lublin endgültig gelöst.

Die Bewohner der großen jüdischen Stadt reisten über die Rampe hinter dem örtlichen Schlachthof in den Tod, nach Sobibór und Bełżec. Die Menschen hatten in ihren Koffern Kostbarkeiten, Fotos und Andenken. Sie nahmen den Geschmack der sauren Äpfel, der Leckerbissens aus Mohn, Makaga und des Zwiebacks, der schmeckte wie nirgens auf der ganzen Welt, und der Heringe in Salz mit. Die Trümmer, die vom jüdischen Viertel übriggeblieben waren, räumte man endgültig zum lautstark gefeierten, zehnjährigen Jubiläum der Volksrepublik Polen. Von den Straßen Krawiecka, Jateczna, Ciasna, Wąska, Szeroka und anderen blieb kein Stein übrig. Das Lubliner Atlantis war vernichtet...
Ruinen der Schneider-Straße Ruinen der Schneider-Straße aus dem Jahre 1944, Fotograf unbekannt.
Foto: Sammlung Simcha Wajs / "Brama Grodzka Teatr NN"

Erinnerungen an die Kindheit in Lublin


Die Menschen, die gerettet wurden, kommen manchmal her, um sich das Modell der jüdischen Stadt anzusehen und sich die Bilder ihrer glücklichen Kindheit in Erinnerung zu rufen, zum Beispiel das Schlittschuh-Laufen auf einer speziellen Kunsteisbahn in der Unia-Lubelska-Straße oder eine Schlittenfahrt im Saski-Park und die vorzüglichen Pfannkuchen in der Chmielewski-Konditorei in der Krakauer Vorstadt. Diese Menschen lächeln melancholisch, wenn sie die kleinen Häuser und Gassen der Stadt ihrer Kindheit sehen. Es lohnt sich, allein für dieses kleine Lächeln, das jüdische Viertel in Lublin vor dem Vergessen zu retten.