Jüdische Kultur auf Hebräisch

Jüdisches Leben in Europa jenseits der Metropolen

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Jeanette Wolff und die "Zedaka"


Die deutsch-jüdische Politikerin Jeanette Wolff stellt ein herausragendes Beispiel dafür dar, welche Rolle die "Zedaka" genannte Wohltätigkeit im jüdischen Leben spielt.

Auf dem Bild ist eine Zedaka-Sammeldose zu sehen Almosen-Sammeldose einer südpolnischen chassidischen Gemeinde.
(Leihgabe im Jüdischen Museum Westfalen)
Jeanette Wolff war Zeit ihres Lebens engagiert in der Parteipolitik und in der sozialen Arbeit vor allem im Jüdischen Frauenbund.

"Darum mache ich dir zur Pflicht, du sollst deinem notleidenden Bruder, der in deinem Land lebt, deine Hand öffnen" diese Aufforderung zu Wohltätigkeit und Gerechtigkeit im 5. Buch Mose spielt für Juden seit jeher eine zentrale Rolle. Hier geht es nicht um individuelle Großzügigkeit der Besitzenden den Besitzlosen wird damit vielmehr eine Art Recht am Besitz eingeräumt.

Diese biblische Vorschrift bezog sich zunächst auf einfache Lebensverhältnisse: Den Fremden, Waisen und Witwen stehen die Reste der Ernte zu, in jedem siebten Jahr sollen die Armen den ganzen Ernteertrag erhalten. Die spätere Auslegung führte zu Armenkassen, Armenküchen und ähnlichen Einrichtungen; Geber und Empfänger sollen nämlich möglichst nicht in ein direktes Verhältnis der Abhängigkeit geraten.

Beistand und Trost


Als höchste Wohltätigkeit aber gilt diejenige, die den Armen in die Lage versetzt, sich zukünftig selbst zu helfen. Auch persönlicher Beistand und Trost sind eine wichtige Form der "Zedaka".
Ein Gruppenbild mit sieben Mitgliedern des Jüdischen Frauenbunds. Gruppe des Jüdischen Frauenbunds auf einer Tagung in Jerusalem 1957 zweite von links: Jeanette Wolff.
Foto: Franz-Neumann-Archiv, Berlin
Jüdische Wohlfahrtsorganisationen sind ein Ausdruck dieser religiösen Pflichten. Auch in den nach 1945 wieder entstehenden jüdischen Gemeinden Deutschlands hatten sie eine große Bedeutung, waren doch zunächst die Mehrzahl ihrer Mitglieder entwurzelte, eher zufällig nach Deutschland geratene Juden aus Osteuropa, die sprachlich, beruflich und sozial zu integrieren waren. Ähnliches gilt für die ab 1989 eingewanderten Juden aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion.