Jüdische Kultur auf Hebräisch

Jüdisches Leben in Europa jenseits der Metropolen

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Majer Rosenzweig (18771961)


Majer Rosenzweig wurde am 8. Juni 1877 in Wieniawa geboren. Wieniawa war damals eine kleine Siedlung in der Nähe von Lublin.

Kreuzung von Lubartowska- und Kowalska-Straße in Lublin Kreuzung von Lubartowska- und Kowalska-Straße.
Foto: Stefan Kiełsznia, 1938 / "Brama Grodzka Teatr NN"
Pesa war Majers zweite Frau. Seine erste Frau hieß Chaja Sura Wajntraub, mit der Majer eine Tochter Miriam (geb. im Jahre 1902) hatte. Chaja ist leider ein Jahr später bei der Geburt ihres zweiten Kindes gestorben. Noch im selben Jahr hat er Pesa geheiratet und sie sind zusammen nach Lublin umgezogen. Sie wohnten in einem Haus in der Nähe der Kreuzung von Lubartowska- und Kowalska-Straße.
Geschäfte in einem Haus in der Lubartowska-Straße 1 Ein Haus in der Lubartowska-Straße 1.
Foto: Stefan Kiełsznia / "Brama Grodzka Teatr NN"
Der erste Sohn von Majer und Pesa kam 1905 in Lublin zur Welt, zwei Jahre nach der Hochzeit seiner Eltern. Er wurde Moszek Aron genannt. Der zweite Sohn, Izaak Lejb, wurde zwei Jahre später geboren.

Viele verarmte Juden


In Lublin gab es in dieser Zeit die nach Warschau zweitgrößte jüdische Gemeinde. Die Mehrheit der jüdischen Familien in Lublin lebten sehr armselig. Die Lubliner Juden beschäftigten sich damals mit dem Kleinhandel. 62 Prozent der Juden, die sich mit Handel beschäftigten, machten Straßenhändler, Krämer und Markthändler aus.
Ansicht der Altstadt und des jüdischen Stadtviertels in Lublin Panorama der Altstadt und des jüdischen Stadtviertels in Lublin, 1930er Jahre.
Foto: Jan Bułhak/ "Brama Grodzka Teatr NN"
In Lublin gab es selbstverständlich auch vermögende Händler, deren Handelskontakte bis nach Gdańsk (Danzig), Petersburg und sogar Wien gereicht haben, aber das war nur eine ganz kleine Gruppe. Die meisten besaßen nur kleine Geschäfte oder Handwerksbetriebe, in denen gerade mal eine Person arbeitete, die mühevoll für den Lebensunterhalt der kinderreichen Familie gesorgt hat. Die Mehrzahl der jüdischen Wohnungen bestand aus einem Raum, der als Wohnzimmer, Küche und Bad gleichzeitig diente. In solchen Wohnungen wohnten oft mehrere Generationen zusammen, die aus bis zu zehn Familienmitgliedern bestanden.

Einwohnerzahl stieg


Gleichzeitig wuchs die Zahl der jüdischen Einwohner stetig. 1893 gab es 21.000 Juden unter den 46.000 Lublinern. Kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges im Jahre 1913 zählte die jüdische Bevölkerung 38.000 Personen, während in Lublin insgesamt 77.000 Einwohner lebten. Viele dieser Menschen haben sich dazu entschieden, Polen zu verlassen, in der Hoffnung, woanders eine bessere Arbeit und bessere Lebensbedingungen zu finden.