Jüdische Kultur auf Hebräisch

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Die Zerstörung der Straße während des Krieges


Für einen christlichen Lubliner war die Szeroka-Straße fast exotisch und nicht allzu interessant.

Ruinen der Szeroka-Straße Ruinen der Szeroka-Straße, 1943. Fotograf unbekannt.
Foto: Sammlung Simcha Wajs / "Brama Grodzka Teatr NN"
Die Polen gingen selten in die Szeroka-Straße. Sie fühlten sich sehr fremd unter der chassidischen und orthodoxen Menschenmasse. Sie war jedoch nur knappe zehn Minuten von der Krakowskie-Przedmieście-Straße, der Hauptstraße des polnischen Viertels, entfernt.

Diese ganze bunte Straße hörte während der fünf Jahre des Zweiten Weltkrieges auf zu existieren. Seit 1941 war die Szeroka-Straße die Hauptstraße des Lubliner Ghettos diesen Begriff im Glossar nachschlagen.
Ruinen der Szeroka-Straße Ruinen der Szeroka-Straße, 1943. Fotograf unbekannt.
Foto aus der Sammlung von Simcha Wajs / "Brama Grodzka Teatr NN"

Vernichtungslager Bełżec


Die Läden und Synagogen wurden in Zufluchtsorte für die aus der Stadt ausgesiedelten Einwohner jüdischer Herkunft umgewandelt. Im März und April 1942 wurden die meisten Einwohner der Szeroka-Straße in das Vernichtungslager Bełżec gebracht.

Man begann Haus für Haus abzureißen. Es wurden heilige Bücher, Möbel und jedes einfache Andenken an das menschliche Leben zerstört. Das ganze Viertel samt seiner wichtigsten Straße veränderte sich in einen riesigen Trümmerhaufen.

Die Szeroka-Straße ging endgültig 1954 unter, als die kommunistischen Behörden beschlossen, den Platz für Volksversammlungen (heute der Schlossplatz Plac Zamkowy) zu bauen.

Nur ein Brunnen ist geblieben


Heute hat niemand mehr die Szeroka-Straße in Erinnerung, ihr Stimmengewirr, ihren Zauber und die charakteristische Atmosphäre. Es gibt hier keine Häuser, Menschen, kein Leben und keinen Frohsinn mehr. Geblieben sind nur Aufnahmen, ein zweisprachiges Schild und der alte Wasserleitungsbrunnen, der einsam auf dem Manövrierplatz der PKS (des Staatlichen Busunternehmens) steht.