Jüdische Kultur auf Hebräisch

Jüdisches Leben in Europa jenseits der Metropolen

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Das Leben auf der Szeroka-Straße


Die Szeroka-Straße war immer "szeroka" (breit) und dazu voller Menschen.

Haus in der Szeroka-Straße Haus in der Szeroka-Straße. Fotograf unbekannt.
Foto: "Brama Grodzka – Teatr NN"
Sie war mit zwei- oder dreistöckigen Bürgerhäusern bebaut und war als eine der wenigen Straßen dieses Stadtteils gepflastert. In anderen jüdischen Gassen gab es kein Pflaster sehen Sie dazu einen kurzen Filmausschnitt.

Die Häuser an der Szeroka-Straße waren mit keiner Kanalisation ausgestattet. In den Wohnungen gab es keine Toiletten. Diese befanden sich in den Höfen und waren gemeinsam für alle Mieter.

Am Abend festlich


Die Basis der alltäglichen Existenz in der Szeroka-Straße war der Handel. Zugleich veränderte sich die Straße Freitag abends in eine festliche Straße. Hierher zogen Lubliner Chassidim, die beten wollten.
Haus in der Szeroka-Straße Haus in der Szeroka-Straße, 1938.
Foto: Stefan Kiełsznia / "Brama Grodzka – Teatr NN"
In der Szeroka-Straße befanden sich etwa ein Dutzend Synagogen und Betstuben. Die wichtigste von ihnen war Kotler-Schul, die Kotlarska-Synagoge in der Nummer 2. Ebenso wichtig war die Synagoge in der Nummer 40. Sie gehörte zu der Lubliner Zaddikdynastie Eiger, die von dem Juden Lejb Eiger gegründet worden war.

Überall konnte man Jiddisch hören


An allen Festtagen wurde die Straße schwarz vor festlichen Kaftanen und laut von Gebeten und Gesprächen. Die Szeroka-Straße war auch ein Ort, an dem man noch zwischen den zwei Kriegen Gespräche auf Jiddisch hören konnte. Sogar die Ladenschilder waren vielen Fällen Jiddisch beschriftet. Das war eine ganz andere Welt als die, mit der ein Passant in der Altstadt, im polnischen Stadtteil in Berührung kam.
Im 19. Jahrhundert war die Szeroka-Straße, trotz ihrer Verarmung, weiterhin die bekannteste jüdische Straße in Lublin. An religiösen Festtagen schritten festlich gekleidete Juden, unter denen auch solche in traditionellen Kaftanen und "Streiml" (mit Pelz benähte Hüte) waren, stolz in ihre Synagogen und Betstuben ("Stibl").