Jüdische Kultur auf Hebräisch

Jüdisches Leben in Europa jenseits der Metropolen

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Eine jüdische Universität im Zentrum Lublins


Der Bau der Jeschiwa wurde 1930 abgeschlossen.

Die Jeschiwa Chachmej Lublin am Eröffnungstag Die Eröffnungsfeier der Rabbiner-Hochschule in Lublin am 24. März 1930.
Foto: Sammlung Simcha Wajs / "Brama Grodzka Teatr NN"
Die feierliche Eröffnung fand am 24. Juni statt. Es kamen über 10.000 Juden aus ganz Polen, die durch einen Teil der jüdischen Einwohner der Stadt enthusiastisch begrüßt wurden.

Die Lubartowska-Straße und die angrenzenden Straßen waren mit Blumen und Spruchbändern dekoriert, und über dem neuerbauten Gebäude flatterte die Nationalfahne und die schwarz-weiße mit einem gold-blauen Muster bestickte Fahne der Hochschule.

Festliche Eröffnung


Der Eröffnungstag der Jeschiwa wurde in allen Städten der Lubliner Region festlich begangen. Meir Shapiro erhielt Hunderte von Telegrammen und Gratulationsbriefen aus Polen und dem Ausland. Die Jeschiwa, die für ein so großes Aufsehen sorgte, sah überwältigend aus. Das sechsstöckige Gebäude war einer der repräsentativsten Bauten im damaligen Polen. Die Fassade schmückte ein gewaltiger Säulengang. Auf dem Gebäude standen die hebräische Aufschrift "Jeshiwas Chachmej Lublin" und das Datum der Eröffnung mit vergoldeten Zeilen geschrieben.
Die Jeschiwa Chachmej Lublin am Eröffnungstag Die Jeschiwa Chachmej Lublin am Eröffnungstag. Foto: Archiv der Mechanischen Dokumentation in Warschau

Internat und Badeanstalt


In dem Hochschulgebäude befanden sich außer Vorlesungssälen und einer Bibliothek mit Leseräumen auch ein Internat, ein Speisezimmer, eine Küche und eine Badeanstalt. Neben der Schule wurde ein Spaziergarten für Lehrer und Studenten errichtet.

In dem Gebäude befand sich auch eine Synagoge für die Studenten und die Bevölkerung aus der Umgebung. Die Attraktionen der Jeschiwa waren ein Modell des Tempels Salomons in Jerusalem und eine der größten judaistischen Bibliotheken in Polen, die während des Krieges verloren ging. Im zweiten Stock befand sich ein 200 Meter großer, zwei Stockwerke hoher, viereckiger Vorlesungssaal. Noch heute finden dort zu wichtigen jüdischen Feiertagen Veranstaltungen statt.
Die Rede von Rabbi Israel Friedman aus Czortków Die Rede von Rabbi Israel Friedman aus Czortków während der Eröffnung der Lubliner Jeschiwa.
Foto: Archiv der Mechanischen Dokumentation in Warschau
Die Hochschule der Weisen in Lublin galt als eine der modernsten Schulen ihrer Art auf der Welt, ihre Absolventen waren gefragte Rabbiner. Die Vorlesungssprache war Hebräisch, im Alltag bediente man sich der jiddischen Sprache. Die Hochschule war bis 1939 in Betrieb. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden ihre Tradition und auch ihr Namen von der Rabbinerschule in Detroit (USA) übernommen.