Jüdische Kultur auf Hebräisch

Jüdisches Leben in Europa jenseits der Metropolen

Logo des EU-Rahmenprogramms zur Kulturförderung "Kultur 2000"
Logo des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe
Westfalen
Groningen
Lublin

Kontakt aufnehmen Kontakt |  Zeitleiste mit geschichtlichen Überblick Zeitleiste |  Glossar Glossar |  Literaturtipps Literatur |  Weiterführende Links Links | Filmdokumente des Projektes Film | Tondokumente des ProjektesTon |  Hilfe Hilfe |  Seite auf deutsch D  |  Seite auf niederländisch NL  |  Seite auf polnisch PL  | 

  Sie sind hier: Home


Freuchen Gans Eine Frau setzt sich durch


Der Schlossherr von Niederwerries bei Hamm, Junker Dietrich von Nehem, staunte nicht schlecht am 6. Juli 1619...

Geldwechsler in der frühen Neuzeit Geldwechsler in der frühen Neuzeit.
Abbildung: Gidal-Bildarchiv im S. Ludwig-Steinheim-Institut
Gerichtsdiener der Stadt Hamm erschienen auf seinen Weiden und trieben 13 Milchkühe, zwei Ochsen und 116 Schafe aus seinem Besitz in die Stadt.

Dort angekommen, wurde das Vieh von Hammer Metzgern in seinem Wert geschätzt und sofort zum Schätzpreis weiterverkauft. Der Verkaufserlös wurde an die in Hamm wohnenden jüdischen Kaufleute Moises von Hamm und Freuchen Gans übergeben. Vermutlich sorgte die überfallartig durchgeführte Aktion für großes Aufsehen in der Stadt.

Initiative ergriffen


Freuchen Gans hatte diesen spektakulären Zugriff gegen den Zahlungsunwilligen in die Wege geleitet und im Sommer 1619 die Initiative in einem langjährigen Prozessgegen ihren adeligen Schuldner ergriffen: Sie erwirkte die Pfändung des Viehs bei der Regierung in Kleve und ließ die Tiere von den Lippewiesen nach Hamm treiben und verkaufen. Der angesehene, ja berühmte Ehemann tritt bei diesen energischen Aktionen völlig hinter seiner Frau zurück.
Unter bestimmten Bedingungen so zeigt dieser Vorgang waren Juden in der Gesellschaft des beginnenden 17. Jahrhunderts nicht mehr völlig rechtlos.

Lesen Sie hierzu auch folgende Seiten