Jüdische Kultur auf Hebräisch

Jüdisches Leben in Europa jenseits der Metropolen

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Eine Fremdbestimmung und fast abgerissen


Mit knapper Not wurde die Groninger Synagoge nach dem Zweiten Weltkrieg vor dem Untergang gerettet. Leider hat das Gebäude unter den neuen Nutzern erheblich gelitten: einer Wäscherei und einer Glaubensgemeinschaft.

In der Synagoge Die Lambrizierungen mit Friesischen Majolicakacheln wurden in den 70er Jahren, als die Synagoge einige Jahre lang leer stand, durch Plünderer beschädigt. Jetzt wurden die Lambrizierungen wieder in ihre ursprüngliche Form zurueckgesetzt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte die Jüdische Gemeinde ihre Synagoge nicht länger unterhalten. Von den fast dreitausend Juden, die vor dem Krieg in der Stadt Groningen wohnten, waren 1945 nur gut hundert aus den Konzentrationslagern und aus Verstecken, in denen sie untergetaucht waren, zurückgekehrt. Die Mitgliederzahl der Jüdischen Gemeinde war viel zu gering, um den Unterhalt und die Heizkosten des riesigen Gebäudes zahlen zu können.
Bauarbeiten in der Synagoge Bauarbeiter mauerten in den 1950er Jahren die Bögen an der Frauengalerie zu. Dadurch entstand ein geschlossener Gang zur apostolischen Kirche, die oben im Gewoelbe der Synagoge, der damaligen Wäscherei, gebaut wurde.

Synagoge verkauft


Die Jüdische Gemeinde sah deshalb keine andere Lösung als die Synagoge zu verkaufen und in die kleinere ehemalige Jugendsynagoge sehen Sie dazu einen kurzen Filmausschnitt in der Folkingedwarsstraat zu ziehen.

Die Synagoge erhielt 1952 eine gänzlich andere Bestimmung; sie wurde in eine Wäscherei/Färberei umgewandelt. In den Saal wurden Waschmaschinen und Kleiderständer gestellt. Der Dampf der Waschmaschinen wurde über Rohre abgeleitet, die quer durch die schönen Bleiglasfenster gesteckt wurden. Der Boden wurde teilweise ausgehoben, um Farbbäder bauen zu können. Das Gebäude wurde noch weiter angegriffen, indem sich oben auf der Frauenempore die Apostolische Gemeinschaft niederließ. Diese kleine christliche Gruppe ließ die maurischen Bögen zumauern und die Wände weiß streichen. An der Ostseite wurde von Empore zu Empore ein Betonboden gelegt, wodurch ein Kirchenraum mit Platz für 350 Gläubige entstand.
Galerie in der Synagoge Dieselbe Galerie heute, in den ursprünglichen Farben. Die Maurerarbeit wurde während der Restauration 1981 entfernt. Heute sind hier Ausstellungen zu sehen.

Unsichere Zukunft


1973 wurde die Wäscherei geschlossen. Die Kirche war schon umgezogen. Niemand wollte das Gebäude kaufen. Die Gemeinde Groningen wusste nicht, was mit dem Gebäude geschehen sollte. Abbruch schien noch die einzige Möglichkeit.

Nachdem es jahrelang leer gestanden hatte, verkommen und geplündert worden war, wurde das tote und leckende Gebäude 1980 und 1981 restauriert. Seitdem wird das Gebäude von der Jüdischen Gemeinde als Synagoge sowie von der Stiftung Folkingestraat Synagoge als Ausstellungs- und Konzertgebäude genutzt.

Und in Westfalen...