Jüdische Kultur auf Hebräisch

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Julia's Schulzeit


"Das Kind bekommt noch mal eine schöne Stimme, denn sie kann so erbärmlich schreien!" Etwa diese Worte soll Julias Mutter Mempie ihrem Mann Bobbel über Julia gesagt haben, als sie zwei Jahre alt war.

Späteres Wohnhaus am Zuiderdiep Die Familie Culp wohnte später im Wohnhaus rechts neben dieser Schule am Zuiderdiep, auch im Jüdischen Viertel von Groningen.
Foto: RHC Groninger Archieven
Ihre Eltern glaubten trotzdem, dass die schreiende Julia die Lungen und das Temperament einer Sängerin hätte.

Am 8. Oktober 1880 wurde Julia Culp in der ersten Wohnung des Ehepaars Culp in der Folkingestraat 59 geboren. Es ist nicht bekannt, welche Grundschule Julia und ihre vier Jahre jüngere Schwester Betsy besuchten, aber die meisten jüdischen Kinder besuchten eine öffentliche Schule.

Als sie sieben Jahre alt war, gab ihr Vater ihr eine Geige in die Hände. Sie sollte das Instrument lernen, aber viel Lust hatte sie eigentlich nicht. Dennoch gelang ihr das Spielen auf der Geige recht gut. Als sie neun war, spielte sie in Groningen sogar Geigensoli.
Julia, etwa acht Jahre alt Julia, etwa acht Jahre alt.

Vornehme Schule


Als sie zehn Jahre alt war, fing sie an, Lieder zu singen, begleitet von ihrer Schwester Betsy. In dieser Periode wurden die Geschwister an die vornehmste Schule von Groningen versetzt: die "Eerste Meisjesschool" (Erste Mädchenschule) von Frau Alijda Birnie am Zuiderdiep, direkt neben der Wohnung der Familie Culp.

Als sie elf Jahre alt war, im Jahre 1891, trat Julia zum ersten Mal auf, aber bei dieser Gelegenheit noch mit ihrer Geige. Es war ein Auftritt der Familie Culp auf Einladung des Gesangvereins "Crescendo" im oberen Saal des Kaffeehauses "De Pool" am Grote Markt. Die Familie trat dort unter dem Namen "Konzert- und Operettengesellschaft der Brüder Culp & Co" auf. "Bernard" alias Baruch war der Dirigent. Julia durfte ein Geigensolo spielen.

1893 erster Auftritt


Julias erster Auftritt als Sängerin erfolgte 1893. Im großen oberen Saal von "De Harmonie" in der Oude Boteringestraat hatte ihr Onkel Eli Culp ein buntes Programm auf die Beine gestellt. Sie spielte an diesem Abend wohl noch ein wenig Geige, aber danach sang sie drei Sopransoli hören Sie dazu einen kurzen Audiobeitrag begleitet von Schwester Betsy.

Ab 1896 trat Julia erst richtig regelmäßig als Solistin auf, meistens im Konzertsaal "De Harmonie". In ihrer Freizeit, am Sonntagnachmittag, besuchte sie oft die musikalische Familie Zimmermann in der Zwanestraat. Diese Familie, aber auch Julias Eltern, fanden es an der Zeit, dass sie seriös Musik studieren sollte. Dieses Studium führte sie, wie viele talentierte junge Groninger nach Amsterdam.