Jüdische Kultur auf Hebräisch

Jüdisches Leben in Europa jenseits der Metropolen

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Ein geschäftiges Leben


Wirklich arm war die Familie mit der allein erziehenden Mutter nicht. Clara erhielt nur eine Witwenrente und einige Nebenverdienste, aber sie konnte sich gut retten.

Das Haus am Westerhaven Das letzte Haus von Clara Asscher-Pinkhof (das weisse Haus in der Mitte) und ihrer Kinder stand am Westerkade, direkt am Stadtzentrum Groningens.
Während des Krieges kam sie nach Westerbork und Bergen-Belsen. Sie überlebte die Lager und konnte sich in Palästina niederlassen.

In ihrer Groninger Periode war Clara in der Lage, sich und ihren Kindern sogar etwas Luxus zu gönnen, und zwar in Form von Urlaub in gemieteten Ferienwohnungen auf den Watteninseln.

Auch steckte sie weiterhin voller Energie, was aus ihren vielen sonstigen Aktivitäten hervorgeht. Clara machte eine Ausbildung zur Englischlehrerin. "Lange bevor die Kinder aufstanden, radelte ich mit Büchern, Heften und einer Füllfeder zum Stadtpark. Auf einer Bank im frühen Sonnenlicht war ich sorgenlos vertieft und glücklich. () Gesättigt von Freiheit, Sonnenlicht und der englischen Sprache kam ich dann wieder nach Hause, wenn die Kinder aufstanden, frühstückten und in die Schule gingen."

Im Jüdischen Frauenrat aktiv


Außerdem war Clara weiterhin aktiv im jüdischen Leben. Sie war im Vorstand des "Joodse Vrouwenraad" (JVR / Jüdischer Frauenrat) in Groningen. Sie schrieb Lieder, die bei Treffen des JVR vom Chor gesungen wurden, den sie ab 1935 auch dirigierte.

1942 ging ihre fruchtbare Zeit in Groningen zu Ende. Sie kehrte zusammen mit ihrer Tochter Fieke als Lehrerin an einer jüdischen Mädchenschule nach Amsterdam zurück. An dieser Schule herrschte Lehrermangel, da nicht-jüdische Lehrkräfte dort nicht mehr arbeiten durften.

Bei einer Razzia wurde Clara festgenommen und ins Durchgangslager Westerbork gebracht. Dort sorgte sie erneut für Kinder, zum Beispiel für das Waisenkind Mindeltje. Zusammen mit ihm reiste sie nach Bergen-Belsen, wo sich Menschen mit einem so genannten Palästinazertifikat aufhielten. Dieses Zertifikat wurde Juden ausgestellt, die Verwandte in Palästina (das heutige Israel) hatten. Clara kam dafür in Betracht, weil ihre Tochter Roza in Palästina wohnte. Sie konnte sich mit ihrer Mutter und Mindeltje in Palästina niederlassen. Dort fühlte sie sich heimisch, denn Clara war immer schon eine Zionistin gewesen.

In Palästina schrieb sie ihre bekanntesten Bücher: "Sternkinder" (1946) und "Danseres zonder benen" (Tänzerin ohne Beine/1966). Am 25. November 1984 starb Clara Asscher-Pinkhof im Altenheim für niederländische und deutsche Juden "Beth Joles" in Haifa.

Und in Westfalen...