Jüdische Kultur auf Hebräisch

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Imo Moszkowicz und sein Weg nach 1945


Imo Moszkowicz widmete sich nach 1945 dem Theater und Film.

Imo Moszkowicz circa 1947 Imo Moszkowicz circa 1947.
Foto:Ilse Rasch
Sein Wunsch, hier zu arbeiten, sei im Vernichtungslager, bei den von der Monowitzer IG-Farben-Leitung verordneten "Bunten Abenden" entstanden, berichtete er nach dem Krieg: "In einem Operettenkostüm hatte ich die Freiheit berühren dürfen."

Seine Nachkriegslaufbahn begann er als Schauspieler in Warendorf und Gütersloh; ab 1948 arbeitete er neun Jahre lang als Regieassistent bei Gustaf Gründgens in Düsseldorf. Moszkowicz verteidigt Gründgens immer wieder gegen den Vorwurf, sich mit den Nationalsozialisten zu stark arrangiert zu haben; dieser habe seinen Einfluss auf wichtige Nazi-Politiker dauerhaft zum Schutz jüdischer Künstlerinnen und Künstler ausgenutzt.

An zahlreichen Theatern


Kurzfristig war Moskowicz auch mit Gründgens bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen tätig. In späteren Jahren arbeitete Moszkowicz eng mit Fritz Kortner am Berliner Schillertheater zusammen. Außerdem inszenierte er an einer Vielzahl deutscher und deutschsprachiger Theater – unter anderem in Bielefeld, Hamburg, Graz, Zürich, Luzern und Genf, aber auch an Bühnen in Südamerika und Israel.
In Tel Aviv inszenierte er 1961 die erste Aufführung eines zeitgenössischen deutschsprachigen Autors – "Zeit der Schuldlosen" von Siegfried Lenz. Sowohl bei seinen Schauspielarbeiten als auch in Operninszenierungen fühlt er sich dem Gedanken einer weitgehenden "Werktreue", also einer Unterordnung des Regisseurs unter die Absichten von Werk und Autor, verpflichtet.
Seit 1956 ist Moszkowicz verheiratet; er hat zwei Kinder.
Plakat zum Film  "Max der Taschendieb" Plakat zum Kinofilm "Max der Taschendieb" mit Heinz Rühmann, 1962.

Kinofilme und "Pumuckl"


Seit den 1950er Jahren wirkt er neben der Theaterarbeit als Film- und Fernsehregisseur; mehr als 200 Kino- und Fernsehfilme sind das Ergebnis. Er führte Regie etwa bei den Kinofilmen "Max der Taschendieb", Straße der Verheißung" oder "Pater Brown".

Zu seinen bekannteren Fernsehproduktionen gehören populäre Fernsehserien wie "Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger", "Graf Yoster gibt sich die Ehre" oder die Kinderfilme "Pumuckl" und "Kli-Kla-Klawitter".

Weiterhin lehrt Moszkowicz an österreichischen Hochschulen und war Intendant der Kreuzgangspiele in Feuchtwangen.

Mittlerweile ist Imo Moszkowicz für sein Schaffen vielfältig ausgezeichnet worden – zum Beispiel mit dem Bundesverdienstkreuz, dem "Bayerischen Fernsehpreis" und dem "Scopus Award" der Hebräischen Universität Jerusalem.