Jüdische Kultur auf Hebräisch

Jüdisches Leben in Europa jenseits der Metropolen

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"Moffen, joden en kaaskoppen"


"Moffen, joden en kaaskoppen" frei übersetzt: "Nazis, Juden und Holländer" ist das Romanfragment betitelt, das der Emigrant und Shoah-Überlebende Erich Gottschalk in den 1960er Jahren geschrieben hat und das bis zum Jahr 2005 weder auf niederländisch noch auf deutsch erschienen ist.

Es enthält in kaum verschlüsselter Form die Geschichte seiner eigenen Emigrations- und Exilerfahrung in den 1930er Jahren: Die im Mittelpunkt stehende deutsch-jüdische Familie bemüht sich nach der Flucht in die Niederlande erfolglos um ein Visum für die USA, fasst immer wieder neu vergebliche Hoffnungen und bleibt schließlich in den Niederlanden. Sie glaubt zunächst, von der Errichtung des Lagers Westerbork durch die niederländische Regierung nicht betroffen zu sein.
Für eine Auswanderung fehlt es an Bürgen, Beziehungen, im Exil willkommenen handwerklichen Qualifikationen und Englischkenntnissen. Der deutsche Überfall auf Polen am 1. September 1939 und die deutsche Besetzung der Niederlande zerstören die letzten Illusionen.

"Absprung verpaßt"


"Wir haben alle miteinander den Absprung verpaßt", resümiert die Haupfigur, in der unschwer der Autor Erich Gottschalk zu erkennen ist.

Das Buch zeigt beispielhaft, wie die Fluchten deutscher Juden in den 1930er Jahren scheitern konnten, vor welch dramatischen Abwägungen die Betroffenen standen und wie sich die Überlebenden mit ihren Erfahrungen und Verlusten lebenslang auseinander setzen mussten.