Jüdische Kultur auf Hebräisch

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Benno Jacobs Tora-Auslegung


Neben seiner Arbeit als Rabbiner und der Aufklärungsarbeit widmete sich Benno Jacob der Auslegung der Tora.

Esther-Rolle von Benno Jacob Esther-Rolle von Benno Jacob.
Foto: Jüdisches Museum Westfalen
Er begann seine Forschungen mit einer Dissertation über das Buch Esther, das zeigt, dass die Juden auch in der Fremde auf Gott vertrauen können. Jacobs Ablehnung des Zionismus könnte hier eine ihrer Quellen haben.

Kontakt zu Buber und Rosenzweig


In den 1920er Jahren stand Jacob in engem Kontakt zu den jüdischen Religionsphilosophen Martin Buber und Franz Rosenzweig; sie regten ihn zu seinen Bibelkommentaren an und er unterstützte sie bei ihren Toraübersetzungen. Um 1930 bot Jacob Kurse zur Toraauslegung am Frankfurter "Freien jüdischen Lehrhaus" an, einer von Rosenzweig gegründeten jüdischen Volkshochschule.

Bücher vernichtet


Sein Kommentar zum ersten Buch der Tora, dem Buch "Genesis" mit der Schöpfungsgeschichte, erschien zum ersten Mal 1934. Die meisten Exemplare dieser Auflage wurden während des NS-Regimes vernichtet, und die Wahrnehmung seiner Arbeit begann erst in den 1990er Jahren aufs Neue. Das gleiche gilt ebenso für seine im Londoner Exil verfasste Arbeit über das Buch "Exodus".
Benno Jacob 1935 Benno Jacob 1935.
Foto: W. Katz

"Der Sinn der Schrift"


Der Genesis-Kommentar hatte sich, wie Jacob im Vorwort schrieb, "die wissenschaftliche Aufgabe gestellt, unabhängig von alten und neuen Autoritäten, Dogmen und Lehrmeinungen durch eine möglichst genaue Exegese den ursprünglichen, d.h. den von der Tora selbst gewollten Sinn der Schrift zu ermitteln [...] Dieser Kommentar will und soll ein jüdischer sein, das soll heißen: von einem Sohne des Volkes verfasst, für das die Tora geschrieben ist, lässt er sich nicht von vornherein das Verständnis durch die Zielsetzung oder stillschweigende Voraussetzung verbauen, dass das ’alte Testament’ nur Vorbereitung auf ein ’neues’ sei und erst in diesem seinen wahren Sinn finde. [...] Was mir für unsere Zeit dringend notwendig schien, war ein wissenschaftlicher, unabhängiger jüdischer Kommentar, der von unserer Gemeinschaft die Beschämung nehmen sollte, zur wissenschaftlichen Belehrung über ihr eigenstes und heiligstes Buch nur auf christliche Kommentare angewiesen zu sein."

2000 Jahre Kommentar zur Tora


"Eigentlich" – so Jacob – "ist das ganze jüdische Schrifttum seit 2000 Jahren nichts anderes als Kommentar zur Bibel, zur Tora, oder wurzelt in diesem Boden. So einzigartig ist das Dasein und geistige Leben Israels auf dieses Buch gegründet."

Benno Jacobs Auslegungen der Bücher "Genesis" und "Exodus" erlangen in der Gegenwart immer größere Bedeutung auf dem Feld der jüdischen und christlichen Bibelwissenschaft.

Heutige Leserinnen und Leser heben an diesen Texten Jacobs die Verbindung von Wissenschaftlichkeit und Allgemeinverständlichkeit, von theologischer Tiefe und literarischem Niveau hervor. Seine Entdeckung für den christlich-jüdischen Dialog ist in vollem Gange.