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Jeanette Wolff (1888–1976)


Jeanette Wolff aus Bocholt war die bedeutendste deutsch-jüdische Politikerin der Nachkriegszeit.

Porträtfoto von Jeanette Wolff (etwa 1950) Jeanette Wolff (etwa 1950).
Als älteste von 6 Geschwistern erlernte sie den Beruf der Kindergärtnerin, den sie aber nur kurz ausübte. Geprägt vom politischen Engagement ihres Vaters, trat sie früh in die sozialistische Jugend und die SPD ein und wurde 1919 als erste Frau (und erste Jüdin) in den Stadtrat von Bocholt gewählt.

Bereits ab 1912 engagierte sie sich im Jüdischen Frauenbund. Seitdem war Jeanette Wolff kontinuierlich an führender Stelle sowohl in der Arbeiterbewegung als auch in jüdischen Organisationen tätig.

1911 heiratete sie den Dortmunder Kaufmann Hermann Wolff; sie hatte mit ihm drei Töchter.

Die Nationalsozialisten sperrten sie schon im März 1933 für zwei Jahre in "Schutzhaft"; 1941 wurde sie mit ihren Töchtern deportiert. Sie und eine der Töchter überlebten eine Reihe schrecklicher Lager.

"Mit Bibel und Bebel"


"Mit Bibel und Bebel" – so lautete das Motto, unter dem Jeanette Wolff nach 1945, nach Verfolgung, KZ-Haft und dem Mord an ihrem Mann und zwei Kindern, wieder in die Politik ging.

Sie war zunächst Stadtverordnete in Berlin (1946–1951), zog anschließend für die SPD in den Bundestag (1951–1961) und übernahm zahlreiche Aufgaben in der jüdischen Gemeinschaft, unter anderem in der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland, zuletzt als stellvertretende Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland (1965–1975).
Neben dieser politischen und sozialen Arbeit war Jeanette Wolff stark beteiligt an der Aufklärungsarbeit über das Naziregime und der Bekämpfung neonazistischer Strömungen in der frühen Bundesrepublik.

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